„Für eine neue Gründerzeit, jetzt": Über 100 Persönlichkeiten aus dem Startup- und Scaleup-Ökosystem fordern vor der Sitzung des Koalitionsausschusses am 1. Juli von der Bundesregierung eine “wirtschaftspolitische Wende”

Berlin, 17.06.2026

Auf Initiative des Startup-Verbandes richten mehr als 100 namhafte Persönlichkeiten aus dem deutschen Startup- und Scaleup-Ökosystems, darunter allein 11 Gründer von aktuellen Unicorns, sowie führende Wirtschaftsköpfe vor der nächsten Sitzung des Koalitionsausschusses am 1. Juli einen eindringlichen Appell an die Bundesregierung. Unter dem Titel „Für eine neue Gründerzeit, jetzt“ fordern sie entschlossene Reformen für mehr Innovation, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. 

Die Erst­unterzeichner*innen haben in dem Appell zehn Forderungen an die Bundesregierung gerichtet. Sie fordern eine “wirtschaftspolitische Wende”, die sich vor allem auf Zukunftsthemen konzentriert, die zentral für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit sind: von der Wachstumsfinanzierung über den Bürokratieabbau bis hin zu digitaler Souveränität. “Wir brauchen echte Wachstumsperspektiven für die Unternehmen der Zukunft. Denn die nächsten globalen Champions entstehen (nur) dort, wo Gründungen einfach und die Skalierungsaussichten klar sind”, heißt es in dem Papier.  

“Bei der nächsten Sitzung des Koalitionsausschusses am 1. Juli 2026 darf es nicht nur um vage Absichtserklärungen gehen. Entscheidend sind greifbare Reformansätze. Der Wegfall von 10.000 Industriearbeitsplätzen pro Monat im vergangenen Jahr ist ein Weckruf und zugleich Handlungsverpflichtung für echte Reformen”, mahnt die Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbandes Verena Pausder. Und weiter: “Deutschland verfügt über viele Vorzüge: Weltklasse-Forschung, hochqualifizierte Talente und eine starke industrielle Basis, die international ihresgleichen sucht. Diese Potenziale müssen wir viel besser nutzen. Und zwar jetzt. “  

Sie betont, dass die Altersvorsorge ein entscheidender Hebel sei, um mehr privates Kapital für Zukunftsinvestitionen zu mobilisieren - und neue Teilhabemöglichkeiten zu schaffen. “Für eine neue Gründerzeit brauchen wir Vorfahrt für Innovation und Wachstum. Nur so können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken und damit die Voraussetzung für einen handlungsfähigen Sozialstaat schaffen”, so Pausder. 

Die Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbandes ordnet die Initiative in die Entwicklung der letzten Tage in den USA ein: „Die Anweisung der US-Regierung an Anthropic neueste Software-Entwicklung für Ausländer zu sperren, hat nochmals dramatisch deutlich gemacht, dass es bei digitaler Souveränität um unsere wirtschaftliche Lebensfähigkeit geht.  Auch unter diesem Gesichtspunkt müssen wir gemeinsam mit ganzer Kraft alles daransetzen, unser Startup- und Scaleup-Ökosystem durch den Aufbau einer eigenen unabhängigen KI-Infrastruktur und die Entwicklung eigener Modelle zu stärken.” 

Bereits heute arbeiten rund 500.000 Menschen für deutsche Startups und Scaleups. Der Koalitionsvertrag hat dieses Potenzial anerkannt und spricht davon, dass “Startups die Hidden Champions und DAX-Konzerne von morgen“ sind. Erst vor wenigen Wochen hat Bundeskanzler Friedrich Merz bei den German Startup Awards (GSA) des Startup-Verbandes die Bedeutung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit für den Standort Deutschland und dem Startup-Ökosystem hervorgehoben und Unterstützung zugesichert: „Ohne Innovationsfähigkeit, ohne Wettbewerbsfähigkeit geht es in unserem Land nicht. [...] Dabei haben Sie jede Unterstützung verdient. Meine Unterstützung und die der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland haben Sie“, sagte Friedrich Merz bei der Preisverleihung am 21. Mai 2026 in Berlin. 

Die zehn Forderungen des Appells im Überblick: 

  1. Die Öffnung der Altersvorsorge für Venture-Capital-Investitionen 

  2. Neue Impulse für institutionelle Investor*innen und Prirorisierung der WIN-Initiative 

  3. Eine Flexibilisierung des Kündigungsschutzes für Spitzenverdienende 

  4. Praxistauglichere Bedingungen Mitarbeiterkapitalbeteiligungen 

  5. Das Vorantreiben der europäischen Gesellschaftsform („EU Inc.“) 

  6. Die konsequente Durchsetzung des Digital Markets Act (DMA) 

  7. Bürokratierückbau, ein Belastungsmoratorium und eine flächendeckende 24-Stunden-Gründung 

  8. Mehr Anreize für Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungsinstituten zur Stärkung von DeepTech 

  9. Den Staat als Ankerkunden für innovative Unternehmen etablieren 

  10. Digitale Souveränität sichern: Mehr Investitionen in digitale Infrastruktur und KI-Rechenkapazitäten 

 

Hier das Papier mit allen Erst­unterzeichner*innen. 

 

Zu den mehr als 100 Erst­unterzeichner*innen der Initiative zählen u.a. (Auswahl)

Brigitte Zypries, Bundesministerin a.D. 

Gerhard Cromme, Chairman P.A.C. Consulting 

David Schröder, Co-CEO Zalando 

David Reger, Founder & CEO Neura Robotics 

Rafael Laguna de la Vera, Direktor SprinD  

Nils Aldag, CEO Sunfire 

Bastian Nominacher, Co-Founder und Co-CEO Celonis 

Christian Miele, General Partner Headline 

Johannes Reck, Gründer und CEO GetYourGuide 

Hanno Renner, Gründer und CEO Personio 

Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende Startup-Verband 

Florian Heinemann, Project A General Partner 

Jens Baas, CEO Die Techniker 

Thomas Book, Mitglied des Vorstands Deutsche Börse AG 

Helmut Schönenberger, CEO UnternehmerTUM 

André Schwämmlein, Founder und CEO FLIX SE 

Miriam Meckel, Co-Founder ada Learning 

Jeanette zu Fürstenberg, President & Managing Director General Catalyst 

Florian Seibel, Founder und Co-CEO Qunatum Systems 

René Obermann, Chairman Airbus SE und Chairman Warburg Pincus Europe 

 

Weiterführende Links:
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