Flexibilität und Remote Work sind für Startups zentral | Hoher Workload, gleichzeitig wird Gesundheit wichtiger Erdenberger: „Erfolg heißt, Wachstum und Gesundheit zusammenzudenken“

Berlin, 09.06.2026

Erdenberger: „Erfolg heißt, Wachstum und Gesundheit zusammenzudenken“

  • Back to Office – nicht bei Startups: Der Remote-Anteil ist mit aktuell 61 % auf dem gleichen hohen Niveau wie 2023 und damit doppelt so hoch wie in der etablierten Wirtschaft (32 %). Gerade in der Flexibilität sehen Gründer*innen den entscheidenden Vorteil.  

  • Weg von starren Regeln: 91 % der Gründer*innen sehen Flexibilisierungsbedarf beim Thema Arbeitszeit. 60 % sind für eine maximale Wochenarbeitszeit statt der starren Tagesregelung und 53 % für die Abschaffung strikter Regelungen zur Arbeitszeiterfassung. 

  • Gesundheit wird deutlich wichtiger: Für 77 % der Gründer*innen spielt das Thema eine große Rolle und damit noch mehr als 2021 (64 %). Die mentale Gesundheit und Probleme wie Burnout stehen dabei im Vordergrund.  

  • Es muss zur Startup-Realität passen: Private Angebote wie Fitness-Plattformen stehen im Fokus, während Formate von Krankenkassen seltener genutzt werden. Entscheidend ist der Faktor Zeit: 61 % wünschen sich Einheiten von maximal 30 Minuten.  

  • KI entschärft Fachkräftemangel: Nur noch 38 % der Startups sehen ihn als Problem – 2022 waren es 83 %. Treiber ist der breite Einsatz von KI: 85 % nutzen spezialisierte Anwendungen jenseits gängiger Tools wie ChatGPT, gegenüber nur 45 % in der Gesamtwirtschaft. 

Berlin, 09.06.2026. New Work bleibt Thema – und nirgends so deutlich wie in Startups. Während viele Konzerne ihre Belegschaft zurück ins Büro holen, bleibt Remote Work in der Startup-Szene fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Gleichzeitig gewinnt das Thema Gesundheit im herausfordernden Startup-Umfeld deutlich an Relevanz. Das und vieles mehr zeigt der neue Report „Startups und die Zukunft der Arbeit“ des Startup-Verbands in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK). 

Unsere Studie zeigt, Startups arbeiten anders: Hohe Eigenverantwortung, offene Fehlerkultur und ein Maß an Flexibilität, das man sonst nirgends findet. Startups setzen weiterhin stark auf Remote- und Hybridmodelle und nutzen KI so umfassend wie kein anderer Teil der Wirtschaft. Diese Arbeitsweise ist eine Stärke, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Entsprechend gewinnt Gesundheit für Gründerinnen und Gründer klar an Bedeutung. Wer sich hier gut aufstellt, prägt die Arbeitswelt von morgen“, sagt Magdalena Oehl, Vorstand Startup-Verband & Co-Founder TalentRocket. 

Arbeitskultur ist für Startups entscheidender Faktor 
In Startups stehen Eigenverantwortung (89 %) und eine offene Fehlerkultur (84 %) im Mittelpunkt und die Gründer*innen sehen darin einen zentralen Unterschied zur etablierten Wirtschaft. Unternehmenskultur (79 %) und flexible Arbeitsmodelle (70 %) sind dabei die wichtigsten Hebel für die Mitarbeiterbindung und liegen noch vor der Vergütung (61 %). Während in der Gesamtwirtschaft die Rückkehr ins Büro seit Jahren zentrales Thema ist, bleibt der Remote-Anteil in der Startup-Szene mit 61 % stabil und 55 % der Unternehmen sagen, sie haben noch keine konkreten Vorgaben, wie etwa Pflichttage im Büro. Der entscheidende Vorteil liegt aus Sicht der Gründer*innen in der Flexibilität (84 %), Schwierigkeiten ergeben sich dagegen beim Thema Zusammenhalt (66 %). Entsprechend fordern 91 % der Gründer*innen mehr Flexibilität beim Thema Arbeitszeit: 60 % wünschen sich eine Wochen- statt Tagesbetrachtung der Arbeitszeit und 53 % die Abschaffung strikter Regelungen zur Arbeitszeiterfassung. 

Gesundheit wird wichtiger – aber Ressourcen fehlen 
Der Stellenwert von Gesundheit in Startups ist deutlich gestiegen: 77 % der Gründer*innen stufen das Thema als wichtig für das Unternehmen ein, gegenüber 64 % im Pandemie-Jahr 2021. Allerdings stellt erst rund die Hälfte der Unternehmen (51 %) finanzielle Ressourcen bereit und gerade in den ersten Jahren sind die Möglichkeiten oft begrenzt. Die gesundheitlichen Risiken werden dabei klar erkannt: 68 % sehen die hohe Arbeitsdichte und 59 % den Druck als zentrale Herausforderung. Während aktuell die berufliche Unsicherheit noch eine große Rolle spielt, rücken mit Blick in die Zukunft die Work-Life-Balance (70 %) und Burnout (66 %) zu den wichtigsten Themen der mentalen Gesundheit auf. 

Flexibilität, Unternehmenskultur auf Augenhöhe und ein hohes Maß an Vertrauen: Junge Gründerinnen und Gründer setzen bereits viel um, was auf die Gesundheit und das Wohlbefinden ihres Teams einzahlt. Doch der Workload ist hoch. Deshalb gilt es, Gesundheit von Anfang an mitzudenken. Dabei spielt Führung eine besonders wichtige Rolle, denn gerade in Startups prägen Gründer*innen die Kultur unmittelbar. Als strategischer Gesundheitspartner begleiten wir die Startups bei ihrem Wachstum und befähigen junge Führungskräfte, den stetigen Wandel gesund zu meistern“, sagt Ute Erdenberger, Leiterin Gesundheitsmanagement Techniker Krankenkasse (TK). 

 

Angebote müssen zur Startup-Realität passen 
Mit der Teamgröße wächst auch das Engagement: Nur 35 % der Startups mit weniger als zehn Mitarbeitenden machen bereits konkrete Gesundheitsangebote, bei Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten sind es dagegen 88 %. Die größten Hebel sehen Gründer*innen in Bewegung und Sport (75 %) sowie Stressmanagement und Resilienz (65 %). Gefragt sind dabei hybride Formate (51 %) und kurze Einheiten von maximal 30 Minuten (61 %). Nur so lassen sich Angebote in den Alltag junger Unternehmen integrieren. Auch in der Krankenstand-Debatte setzen Startups klar auf Anreize statt Verbote: 36 % halten Bonus-Modelle bei geringem Krankenstand für sinnvoll, eine Kürzung der Lohnfortzahlung befürworten dagegen nur 22 %. 

 

Ohne KI geht nichts mehr 
Künstliche Intelligenz ist im Startup-Ökosystem in kürzester Zeit zum unverzichtbaren Werkzeug geworden: 85 % der Startups setzen auch spezialisierte Anwendungen jenseits von ChatGPT ein – in der Gesamtwirtschaft sind es nur 45 %. 81 % der Gründer*innen berichten von einer höheren Produktivität, 83 % halten den souveränen Umgang mit KI für den wichtigsten Skill der Zukunft. Spürbar wird der Effekt auch am Arbeitsmarkt: Der Anteil der Startups, die den Fachkräftemangel als großes Problem sehen, ist in den letzten Jahren von 83 % (2022) auf 38 % gefallen – im IT-Bereich (46 %) bleiben die Engpässe aber spürbar. 

Den gesamten Report gibt es hier zum Download. 

Über den Report 

Für den Report „Startups und die Zukunft der Arbeit“ wurden im ersten Quartal 2026 insgesamt 305 Gründer*innen und C-Level-Führungskräfte deutscher Startups befragt. Als Startups gelten, analog zur Definition des Deutschen Startup Monitors, innovative Wachstumsunternehmen, deren Gründung nicht mehr als zehn Jahre zurückliegt. Methodisch baut der Report auf dem Deutschen Startup Monitor sowie der Studie „#whatsnext 2025 – gesund arbeiten in herausfordernden Zeiten“ von der TK und IFBG auf. 

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