Bayern Monitor 2026: München führt bei Startup-Dichte und Finanzierung
Berlin, 17.03.2026
Bayern Startup und Scaleup Monitor 2026: Bayern führt bei Startup-Aktivität und Neugründungen | München auf Augenhöhe mit Hotspot Berlin und führend bei DeepTech und Defense
Mit 4.406 aktiven Startups und Scaleups vereint Bayern unter den Bundesländern die meisten jungen Unternehmen auf sich. Dabei bilden München und Umland mit 2.445 innovativen Unternehmen klar das Zentrum.
Neben Berlin hat sich München als zweiter internationaler Hotspot etabliert. Bei der Startup-Dichte liegt man auf dem gleichen Niveau und bei den Investitionen mit 2,7 Mrd. Euro im letzten Jahr sogar vor der Hauptstadt (2,4 Mrd.).
München ist der deutsche DefenseTech-Hotspot: Mehr als 1 Milliarde Euro flossen 2025 in diesen Sektor – der Großteil davon wurde in der bayerischen Landeshauptstadt investiert.
Aber: Beim Thema Internationalität ist noch Luft nach oben und nur in 46 % der Münchener Startups und Scaleups ist Englisch Arbeitssprache – bei diesem zentralen Faktor mit Blick auf Talente ist Berlin mit 67 % deutlich stärker.
München, 17.03.2026. Der Bayern Startup und Scaleup Monitor 2026 zeigt: Während die deutsche Wirtschaft insgesamt weiter unter fehlender Wachstumsdynamik leidet, sind Startups die Treiber der Erneuerung. Dabei sorgt Bayern und insbesondere der Hotspot München dafür, dass Deutschland hier international den Anschluss hält.
Startup-Aktivität in Bayern entwickelt sich überdurchschnittlich
Im Freistaat wurden 2025 785 Startups neu gegründet – das macht mehr als ein Fünftel der bundesweiten Aktivität aus (3.568 Neugründungen) und liegt mit einer Steigerung von 46 % deutlich über dem Wert im Vorjahr (538). Damit ist Bayern nicht nur bei den Neugründungen vorne, sondern mit 4.406 Unternehmen auch bei der Aktivität insgesamt. Mit 33,3 Startups und Scaleups pro 100.000 Einwohner*innen ist Bayern unter den Bundesländern mit Abstand das stärkste Flächenland.
„Die deutsche Wirtschaft steht unter enormem Druck – Wachstumsschwäche, geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Herausforderungen bremsen unsere Wettbewerbsfähigkeit. Startups sind in dieser Situation kein Nice-to-Have, sondern ein entscheidender Motor für Innovation, neue Industrien und nachhaltiges Wachstum. Sie bringen neue Technologien schneller in den Markt und schaffen damit die Grundlage für zukünftige Wertschöpfung. Umso wichtiger sind starke Ökosysteme wie in Bayern und dynamische Standorte wie München. Sie zeigen, wie Zukunft entsteht: an der Schnittstelle zwischen exzellenter Forschung und unternehmerischem Mut”, sagt Heike Freund, COO von Marvel Fusion und Vorstandsmitglied des Startup-Verbands.
München ist auf Augenhöhe mit dem Hotspot Berlin
Beim Blick auf die Aktivität in den bayerischen Städten und Landkreisen zeigt sich, dass München und Umgebung mit aktuell 2.445 jungen Wachstumsunternehmen klar das Zentrum bilden. München hat sich damit neben Berlin zum zweiten deutschen Startup-Hotspot entwickelt. Dank der starken Dynamik der letzten Jahre liegt man in der Stadt mit der Startup-Dichte von 114 Unternehmen pro 100.000 Einwohner*innen nun auf dem gleichen Niveau. Neben München und Umgebung prägen vor allem die Regionen Nürnberg (319 Startups), Augsburg (125), Regensburg (104) und Würzburg (82) das bayerische Ökosystem.
Im Bereich Finanzierung ist man sogar noch stärker und überholt erstmal die Hauptstadt: 2025 wurden in der Region München 2,7 Mrd. Euro investiert, gegenüber 2,4 Mrd. in der Metropolregion Berlin. Entsprechend kann München zahlreiche Wachstumserfolge vorweisen und holt mit 10 Unicorns auch hier gegenüber Berlin auf (aktuell 17 Startups mit einer Bewertung von min. 1 Mrd.). In München sind mit Celonis und Helsing zwei der insgesamt drei deutschen Decacorns – also Scaleups mit einer Bewertung von mindestens 10 Milliarden Euro – ansässig.
Hochschulen sind Innovationsmotor – Internationalität noch ausbaufähig
Bayerns Innovationskraft ist eng mit der Stärke in Wissenschaft und Forschung verbunden: Mit 55 % hochschulnah gegründeten Startups liegt der Freistaat über dem Bundesschnitt und bringt besonders viele Unternehmen in strategisch wichtigen Technologiefeldern hervor. 16 % der Startups sind forschungsintensive DeepTech-Unternehmen – bundesweit sind es 11 %. Besonders dynamisch entwickelt sich der Defense-Sektor. 2025 flossen mehr als eine Milliarde Euro an deutsche Defense-Startups und -Scaleups, ein Großteil davon nach München. Damit setzt Bayern europaweit Maßstäbe und positioniert sich als führender Standort für sicherheitsrelevante Schlüsseltechnologien.
„Es ist kein Zufall, dass Bayern das führende Bundesland für Gründerinnen und Gründer ist“, erklärt BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. Er verweist darauf, dass mehr als jedes zweite bayerische Startup von einer Hochschule unterstützt wird. „Die Hochschulen bei uns helfen aktiv bei der Gründung, ermutigen ihre Studierenden zum Gründen, bauen Netzwerke auf und geben Rückenwind beim Wachstum. Das schafft ein einmaliges Ökosystem für Startups in Bayern – auch außerhalb der großen Städte“, so Gößl. „Und wir brauchen noch mehr Gründungen und Jungunternehmen sowie noch mehr Innovationen – denn sie stehen für wirtschaftlichen Aufbruch, den wir sehnlichst erwarten.“
Um als Startup- und Scaleup-Standort auch im internationalen Vergleich weiter aufzusteigen, müssen Wachstum und Finanzierung der Entwicklungsfokus bleiben. So zeigt der Vergleich mit den Top-Standorten Bay Area (7,5 %) oder Boston (4,0 %) aber auch London (2,3 %) oder Paris (2,0 %), dass München (1,3 %) bei Startup-Investitionen anteilig an der Wirtschaftsleistung noch aufholen muss. Mit dem Wachstum eng verbunden sind auch die Arbeitskultur und Internationalität: Bereits heute stammen 42 % der Beschäftigten in Münchener Startups und Scaleups aus dem Ausland – doch während in Berlin bereits in 67 % der Unternehmen Englisch erste Arbeitssprache ist, liegt dieser Wert in München nur bei 46 %. Hier gilt es, sich deutlich internationaler aufzustellen, um auch im Bereich Talente ganz oben mitzuspielen. Die Voraussetzung dafür sind gut: Bayern (89 %) und München (93 %) werden hinsichtlich der Lebensqualität für Internationals sehr positiv bewertet.
Über den Bayern Startup und Scaleup Monitor 2026
Mit dem Bayern Startup und Scaleup Monitor 2026 nehmen Startup-Verband und der Studienpartner, der Bayerische Industrie und Handelskammertag, gemeinsam mit dem Kooperationspartner, dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, erstmals eine umfassende Analyse des Startup- und Innovationsstandorts Bayern vor. Zentrale Basis der Studie sind umfassende Befragungsdaten aus dem Deutschen Startup Monitor 2025, an dem insgesamt 277 Startup-Gründer*innen aus Bayern teilgenommen haben. Außerdem wird unter anderem die Startup-Aktivität in den 96 kommunalen Gebietskörperschaften Bayerns betrachtet sowie aktuelle Entwicklungen beim Thema Finanzierung.
Die Studie ist hier online verfügbar.
Kontakt
Dr. Alexander Hirschfeld
Leiter Research, Startup-Verband
ah@startupverband.de