Newsletter des Startup-Verbands am Donnerstag, den 22.01.2026

Zypern übernimmt das Ruder: Vom Reden zum Handeln bei der Wettbewerbsfähigkeit

Seit dem 1. Januar 2026 hat Zypern die EU-Ratspräsidentschaft inne. Unter dem Motto „Eine autonome Union. Offen für die Welt" sendet Nikosia ein Signal, das wir als Startup-Verband ausdrücklich begrüßen.

Die Botschaft ist klar: Wir haben Jahre mit der Diagnose unserer Probleme verbracht – jetzt muss die Umsetzung der Lösungen folgen. Die Debatte darf sich nicht mehr um das Ob der Wettbewerbsfähigkeit drehen, sondern muss sich voll auf das Wie konzentrieren.

Die Vision: Weniger Komplexität, mehr Wachstum

Das Programm der zyprischen Ratspräsidentschaft setzt konkrete Prioritäten:

  • Komplexität radikal abbauen
  • Kapital dort mobilisieren, wo Wachstum Skalierung erfordert
  • Bedingungen schaffen, unter denen Startups aus Überzeugung in Europa bleiben

Drei zentrale Aspekte für deutsche Startups

Für deutsche Startups und Scaleups stehen drei Themen im Mittelpunkt, die wir in den kommenden sechs Monaten eng begleiten werden:

1. Europäische Rechtsform in Sichtweite: Das 28. Regime

Es ist eines der wichtigsten strukturpolitischen Projekte für unser Ökosystem: Die Einführung einer optionalen europäischen Rechtsform (28th Regime). Das Ziel ist klar – statt sich mit 27 verschiedenen nationalen Rechtssystemen herumzuschlagen, sollen Gründer:innen eine einzige, EU-weite Rechtsidentität nutzen können. Unsere Position zum 28th Regime kannst du hier nachlesen.

Der Zeitplan wird konkret: Die zyprische Präsidentschaft hat explizit angekündigt, die Arbeiten hierzu einzuleiten. Wir erwarten, dass die EU-Kommission ihren Vorschlag Ende März vorlegt. Dies wäre ein entscheidender Schritt, um einen echten europäischen Binnenmarkt zu schaffen. 

2. Regulierung als Enabler statt Bremse

Bemerkenswert ist der Tonfall des Programms: Regulierung dient nicht als ideologischer Selbstzweck, sondern soll Innovation ermöglichen. Zypern priorisiert den Abbau bürokratischer Hürden und sogenannte „Omnibus-Pakete" zur Vereinfachung bestehender Regelwerke.

Für Startups bedeutet das: Weniger Berichtsaufwand, mehr Zeit für Produktentwicklung und Wachstum.

3. Kapital für Scaleups: The Savings and Investments Union

Ohne Kapital kein Scaling. Die Präsidentschaft will die Kapitalmarktunion (heute oft „Savings and Investments Union" genannt) vorantreiben. Ziel ist es, privates Kapital effizienter in produktive Investitionen zu lenken und den Zugang zu Finanzierung für Startups und KMU deutlich zu erleichtern.

Unser Engagement: Von der Ankündigung zur Umsetzung

Das offizielle Programm der Ratspräsidentschaft enthält darüber hinaus noch viele weitere konkrete Maßnahmen – von Digitalisierung bis Talentgewinnung –, die für unser Ökosystem relevant sind.

Wir werden diesen Prozess in den kommenden Monaten sehr eng begleiten und uns dafür einsetzen, dass aus den Ankündigungen auch spürbare Verbesserungen für Startups in Deutschland und Europa werden.

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