Newsletter des Startup-Verbands am Donnerstag, den 04.12.2025

Was wir diese Woche in Brüssel gemacht haben und warum das 28th Regime so wichtig ist

tl;dr – Diese Woche war unsere Geschäftsführerin Franziska Teubert in Brüssel, um über das 28th Regime zu sprechen. Dahinter steckt im Grunde eine einfache, aber entscheidende Frage: Kann Europa Startups ermöglichen, wirklich europäisch zu gründen und zu skalieren oder verlieren wir weiter Unternehmen an andere Märkte? Damit das nicht passiert, braucht es das 28th Regime.

Setting

Die Einladung kam aus Brüssel: eine hochrangige europäische Konferenz zum 28th Regime in der französischen EU-Vertretung. Auf dem Podium: Vertreter*innen der EU-Kommission, Mitgliedstaaten, Investor*innen, Jurist*innen und Startup-Organisationen aus ganz Europa und wir. Unser Ziel: Die Perspektive unserer Community von 1.200 Startups und Scaleups einbringen, die täglich mit den Folgen fragmentierter Regeln im europäischen Binnenmarkt konfrontiert sind.

Warum dieses Thema für Startups so zentral ist

In Europa wird nicht „europäisch“ gegründet. Es entsteht eine GmbH, eine SAS oder eine S.r.l. – jeweils eingebettet in nationale Regeln zu Gründung, Governance und Kapitalstrukturen. Sobald Unternehmen grenzüberschreitend wachsen, entstehen echte Reibungsverluste:

  • parallele Gesellschaften in mehreren Ländern
  • unterschiedliche Governance- und Berichtspflichten
  • doppelte rechtliche Strukturen und Cap Tables
  • lokale Notarspflichten und Übersetzungen

Das kostet Zeit, Geld und unternehmerischen Fokus und bremst genau die Unternehmen aus, die eigentlich skalieren sollen.

Der Maßstab: Delaware, nicht nationale Rechtsformen

Ein Punkt, den wir in Brüssel bewusst klar gemacht haben: Europa konkurriert nicht mit seinen eigenen nationalen Gesellschaftsformen. Der internationale Vergleich ist die Delaware Corporation in den USA. Delaware funktioniert, weil:

  • Gründung standardisiert und digital ist
  • Governance-Strukturen international vertraut sind
  • ein Unternehmen in einem gesamten Markt arbeiten kann

Die Konsequenz ist sichtbar: Internationale Investor*innen fordern bei europäischen Finanzierungsrunden immer häufiger eine Delaware Holding Company. Was früher ein Sonderfall war, wird zunehmend zur strukturellen Entscheidung – mit Folgen für Wertschöpfung und Unternehmenssitze in Europa. Dabei sollte doch eigentlich gelten: Ein europäisches Unternehmen muss einfacher zu gründen und zu betreiben sein als ein Unternehmen in Delaware.

Was ein echtes 28th Regime leisten muss

Das 28th Regime steht für eine optionale, EU-weit einheitliche Gesellschaftsform zusätzlich zu den bestehenden 27 nationalen Formen. Deshalb haben wir in Brüssel erneut deutlich gemacht, welche Elemente aus Startup-Sicht entscheidend sind:

  • Eine eigenständige europäische Rechtsform, eingeführt durch eine EU-Verordnung
  • Ein zentrales europäisches Unternehmensregister nach dem Prinzip „one company, one registry“
  • Digitale, englischsprachige Gründung innerhalb von 24-48h
  • Standardisierte Finanzierungsinstrumente für ganz Europa
  • Rechtliche Klarheit für grenzüberschreitende Mitarbeiterbeteiligung

Wichtig ist dabei ein klarer Fokus auf Gesellschaftsrecht. Nur so lässt sich das 28th Regime realistisch umsetzen und später weiterentwickeln.

Unser Fazit

Für Startups ist das 28th Regime kein abstraktes EU-Projekt. Es ist eine der zentralen Reformen für die Zukunft des europäischen Startup-Standorts. Deshalb unterstützen wir gemeinsam mit europäischen Partnern seit Beginn die EU-Inc-Initiative

Gründer*innen, Investor*innen, Jurist*innen und Verbände haben die inhaltliche Grundlagenarbeit längst geleistet – die Konzepte liegen auf dem Tisch. Jetzt braucht es die politische Entscheidungen.

Genau deswegen waren wir in Brüssel. 

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