29.07.2026
Members Spotlight 7: MicroHarvest
von Mia Ansorge (Startup-Verband)
Im Rahmen des Members Spotlight stellen wir seit Februar regelmäßig Startups aus unserer Mitgliedschaft vor. Wir haben sie nach ein paar Hard Facts gefragt – dann ging es um den “Moment of Ignition”, Formate und Rituale, die das Team zusammenschweißen, persönlichen Antrieb und Dinge, die in einem wachsenden Team Klarheit schaffen… Lest selbst, wir finden diesen Blick hinter die Kulissen super spannend.
Steckbrief: MicroHarvest
Wie heißt euer Startup? MicroHarvest GmbH
Wer sind eure Gründer*innen? Katelijne Bekers (CEO), Jonathan Roberz (COO), Luísa Cruz, PhD (CTO)
Wann wurdet ihr gegründet? 2021
Beschreibt euer Startup in 3 Sätzen. MicroHarvest stellt mit natürlicher Fermentation hochwertige Protein-Ingredients her. Ähnlich wie beim Bierbrauen oder bei Joghurt, nur viel schneller: Aus europäischen Agrar-Nebenströmen entsteht in rund 24 Stunden Protein, ohne Kompromisse bei Nachhaltigkeit, Nährwert und Skalierbarkeit. Wir starten dort, wo wir heute schon liefern – im Heimtierfutter, wo unsere ersten Produkte bereits in Deutschland am Markt sind und bauen parallel unsere Produktion in Leuna. Unser Ziel ist eine unabhängige, resiliente europäische Protein-Infrastruktur, vom Napf heute bis auf den Teller von morgen.
Inside MicroHarvest
Was war euer "Moment of Ignition"?
Der Auslöser war eine einfache, aber unbequeme Erkenntnis: Die Proteinnachfrage wächst schneller, als Anbauflächen und Lieferketten mithalten können – Europa braucht eine resilientere, gesündere Proteinversorgung. Die eigentliche Zündung kam, als uns ein führender europäischer Food-VC wie ein „Avengers-Team" zusammenbrachte: Luísa bringt über zehn Jahre Erfahrung im Aufbau biotechnologischer Prozesse mit, Kate kennt den Biotech- und Ingredients-Markt, und Jonathan kommt aus der industriellen Skalierung. Jede*r von uns hatte das Problem längst auf dem Radar, also haben wir beschlossen, es gemeinsam zu lösen: mit Fermentation, die in rund 24 Stunden hochwertiges Protein erzeugt.
Gibt es Formate oder Rituale, die euer Team auch in intensiven Phasen immer wieder zusammenschweißen?
Bei uns sind alle Foodies, passt ja auch zu dem, was wir tun. Einmal im Monat veranstalten wir ein Buffet, zu dem jede*r ein Gericht aus dem eigenen Heimatland mitbringt; bei einem so internationalen Team wird daraus schnell eine kleine kulinarische Weltreise. Dazu kommen regelmäßige Offsites und unsere Transparency Meetings, in denen wir in kleinen, bunt gemischten Gruppen offen über alles sprechen, das hält uns gerade in intensiven Phasen als ein Team zusammen.
Was treibt euch (ganz persönlich) an?
Der Gedanke, an etwas zu arbeiten, das wirklich zählt. Die Art, wie wir heute Protein herstellen, bringt unser Ernährungssystem an seine Grenzen und uns treibt an, ein Stück der Lösung tatsächlich zu bauen, statt nur darüber zu reden. Uns motiviert die Überzeugung, dass man Nachhaltigkeit, Nährwert und Geschmack nicht gegeneinander abwägen muss – und dass wir aus Europa heraus zeigen können, dass das industriell funktioniert. Und ganz nebenbei: Es macht einfach Freude, mit diesem Team an etwas zu tüfteln, das es so vorher nicht gab.
Welche Prinzipien oder Tools helfen euch heute dabei, in einem wachsenden Team Klarheit und Alignment zu schaffen?
Mit dem Wachstum haben wir bewusst ein paar Dinge fest verankert. OKRs geben uns einen gemeinsamen Fokus – alle wissen, worauf es dieses Quartal ankommt und wie ihre Arbeit aufs große Ganze einzahlt. Auf Strategy-Offsites richten wir die Richtung gemeinsam aus, in regelmäßigen All-Hands halten wir alle auf demselben Stand. Und das Wichtigste ist eigentlich kein Tool, sondern Haltung: gelebte Transparenz und flache Hierarchien, damit Informationen und Entscheidungen schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
Wie hat sich euer Ansatz beim Hiring im Laufe des Wachstums verändert und welche Learnings würdet ihr weitergeben?
Am Anfang ging es vor allem darum, schnell ein starkes Kernteam aufzubauen. Mit dem Wachstum ist unser Hiring deutlich gezielter geworden: Die Profile, die wir suchen, werden immer spitzer, echte Expert*innen in sehr spezifischen Feldern – und gleichzeitig wurde mit der Zeit klarer, was wir wirklich brauchen. Parallel haben wir viel stärker in Employer Branding investiert, um genau diese raren Profile überhaupt zu erreichen und für unsere Mission zu begeistern. Unser Learning: Je spezialisierter die Rolle, desto weniger funktioniert breites Recruiting, es lohnt sich, vorher sehr genau zu definieren, wen man sucht und warum jemand ausgerechnet zu euch kommen sollte. Sichtbarkeit als Arbeitgeber ist dabei kein „Nice-to-have", sondern entscheidet mit, ob man die besten Leute gewinnt.
Und warum seid ihr Mitglied im Startup-Verband?
Aus drei Gründen: Im Austausch mit anderen Gründer*innen lernen wir schneller, der Verband gibt uns Sichtbarkeit in einem starken Netzwerk – und gemeinsam sind wir einfach stärker. Die großen Themen, an denen wir arbeiten, bewegt man nicht allein, sondern als gut vernetztes Ökosystem.
Wo melden sich potenzielle Kund*innen oder Partner*innen am besten, falls Fragen bestehen?
Am besten unter hello@microharvest.com. Wir freuen uns über jede Anfrage von potenziellen Kund*innen und Partner*innen und melden uns schnell zurück.
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