Wir fordern Taten statt Warten
Warum wir eine neue Gründerzeit brauchen
Deutschlands Geschäftsmodell steht unter Druck: Allein 2025 gingen monatlich 10.000 Industriearbeitsplätze verloren. Handelskonflikte, geopolitische Unsicherheiten und der demografische Wandel zeigen, dass das bisherige Exportmodell an Grenzen stößt. Deutschland muss umsteuern – und kann das auch.
Denn die Voraussetzungen sind da: starke Forschung, Top-Talente, industrielle Stärke und eine neue Generation von Gründer*innen, die Zukunft in Deutschland aufbauen. Bereits heute arbeiten 500.000 Menschen in deutschen Startups und Scaleups. Jetzt braucht es die richtigen Rahmenbedingungen, damit daraus die globalen Champions von morgen entstehen können.
Die angekündigte Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung muss dafür ein klares Zielbild schaffen – mit messbaren Zielen, konkreten Maßnahmen und konsequentem Monitoring.
Das geplante Reformpaket bietet die Chance für eine echte wirtschaftspolitische Wende. Der Koalitionsausschuss muss jetzt bei Steuern, Rente, Arbeitsmarkt und Bürokratieabbau entscheidende Reformen auf den Weg bringen.
Denn eine wirtschaftspolitische Wende braucht eine neue Gründerzeit – jetzt.
Unsere 10 Forderungen – für eine neue Gründerzeit, jetzt
1. Altersvorsorge als Hebel: Mehr Teilhabe ermöglichen und mehr Kapital für Wachstum mobilisieren
Wir fordern, dass die Reform der gesetzlichen Altersvorsorge (u.a. “Frühstart-Rente”) schnell und ambitioniert angegangen wird und neben Wertpapieren auch einen Zugang zu Venture Capital-Anlagen ermöglicht. Auch die private Altersvorsorge ist für entsprechende Anlagen stärker zu öffnen.
2. WIN: Neue Impulse für institutionelle Investoren
Wir fordern, dass WIN im Regierungshandeln Priorität bekommt und für Venture Capital bestehende steuerliche wie regulatorische Hindernisse durch Anreize ersetzt werden. Zudem muss die Kapitalmarktunion auf europäischer Ebene mit Nachdruck verfolgt und die Nachfrage für den öffentlichen Kapitalmarkt gestärkt werden.
3. Kündigungsschutz für Top-Gehälter flexibilisieren
Wir fordern eine gezielte Flexibilisierung des Kündigungsschutzes für gutverdienende Beschäftigte in Spitzenpositionen.
4. Talentgewinnung und –bindung erleichtern: Mitarbeiterkapitalbeteiligung praxistauglich machen
Wir fordern, dass Sozialabgaben von Mitarbeitenden nicht bereits bei der Anteilsvergabe, sondern erst dann zu zahlen sind, wenn sie tatsächlich Geld erhalten. Auch sollte im GmbH-Recht eine eigene Anteilsklasse für Mitarbeitende geschaffen werden, um hohe Strukturierungskosten zu reduzieren.
5. EU Inc. vorantreiben, Skalierung vereinfachen
Wir fordern, dass die Bundesregierung im weiteren Gesetzgebungsprozess als gestaltende Kraft auftritt, das Ambitionsniveau des Kommissionentwurfs verteidigt und Verwässerungstendenzen entgegentritt.
6. DMA konsequent durchsetzen - ohne Wenn und Aber
Wir fordern die Bundesregierung auf, sich sowohl öffentlich als auch bei der EU-Kommission für die Interessen der europäischen Digitalwirtschaft einzusetzen und sich für eine konsequente Anwendung des DMA stark zu machen.
7. Bürokratie zurückbauen und neue Belastungen vermeiden
Wir fordern die flächendeckende und zügige Umsetzung der 24-Stunden-Gründung und ein Moratorium für neue (bürokratische) Belastungen.
8. Ausgründungen erleichtern, DeepTechs stärken
Wir fordern, dass die angekündigte “nationale IP-Strategie" einen Schwerpunkt auf Ausgründungen legt und gezielte Ausgründungsanreize geschaffen werden. Das schließt einen Fokus auf Entrepreneurship Education an Hochschulen und Forschungsinstitute mit ein.
9. Den Staat als Ankerkunden etablieren
Wir fordern die Bundesregierung auf, die öffentliche Beschaffung konsequent für innovative Unternehmen zu öffnen und DeepTech-Startups meilensteinbasiert den Weg zur Marktreife zu ebnen. Ein Zielkorridor für die Auftragsvergabe an Startups hilft dabei.
10. Digitale Infrastruktur stärken, KI-Rechenkapazität aufbauen
Wir fordern von der Bundesregierung eine massive Kapitalmobilisierung für den Ausbau von Rechenzentren und faire Zugangsbedingungen, damit europäische Startups und Scaleups nicht dauerhaft von außereuropäischen Hyperscalern abhängig bleiben.
Erstunterzeichner*innen
Franziska Weber
Communications Managerin Startup-Verband
Christoph Stresing
Geschäftsführer Startup-Verband
Verena Pausder
Vorstandsvorsitzende Startup-Verband
